Heute ist Herbst Equinox, die Tag und Nacht Gleiche, vom Wicca-Volk seit den 70ern auch “Mabonn” genannt und von mir gerne, weil ich immer noch einen Teil Elbenblut in mir trage, bei seinem walisischen Namen Alban Elued (“Licht des Wassers”). Es ist eines der vier Jahreskreisfeste, zu denen die Menschheit schon seit jeher allerlei Traditionen und Bräuche kannte.

Auch wir im Hause Puck werden heute offiziell den Herbst einläuten. Wir werden ein letztes Mal im See schwimmen, wir werden eine große Liste schreiben mit Dingen, für die wir dankbar sind und ich wollte dieses Jahr mal ausprobieren, ein bisschen zu räuchern. Hatte vom letzten Tannenbaum extra Fichtennadeln aufbewahrt und ausserdem ist mir auf dem Balkon der Lavendel eingegangen, also kann ich daraus genauso gut auch kleine Kissen nähen.

Wie immer zum Herbstanfang wollen wir am Wochenende unser Apfelfest feiern. Es läutet bei uns alljährlich den Beginn in eine Jahreszeit voller Traditionen und Feste ein, denn ich bin seit jeher ein Herbstkind! Schon im Kindergarten war mein liebstes Fest das Laternenlaufen und diese große Liebe hab ich mir bewahrt und fleissig in den Puck gegossen. Und so sammeln wir also alle Kastanien Friedenaus auf unserem Balkon, toben durch den Wald und durchs Laub und Puck hat sich schon meine Angewohnheit abgeguckt, mit dem Rad große Schlenker zu fahren, um möglichst alle knusprigen Blätter zu “knacken”, die auf der Straße liegen.

Der Herbst ist bei uns die Zeit, sich mit lieben Freunden zu treffen und viel Zeit mit der Familie zu verbringen um zusammen die Nase in Büchern zu vergraben, die Zeit für Spaziergänge und Kerzen und Früchte und schöne dicke Wollsachen vom allsonntäglichen Flohmarkt, der zur goldenen Zeit besonders schön ist. Wir zelebrieren das bis zum Gehtnichtmehr, jeden Tag eigentlich und dann noch ein paar mal besonders.

Und zwar sind das hier:

Unsere 6 schönsten Herbsttraditionen

1. Apfelfest

Easy peasy vorbereitet und ein großer Kracher bei den Kids!
Man nehme:

  • Ein paar Freunde
  • ein paar Decken
  • eine schöne (Streuobst-)Wiese
  • und, soweit vorhanden, ein bisschen selbstgebastelte Apfeldeko (rote Kreise und grüne Blätter können auch schon die kleinsten ausschneiden, so einigermaßen).

Dann schicke man den Freunden eine Nachricht mit folgendem Wortlaut:
Jippie Apfelfest! Jeder bringt was zu essen und zu trinken mit (irgendwas mit Äpfeln bietet sich an, frische Brezeln sind aber auch immer ein Hit) und dann ab zum Picknicken und Kastanien sammeln.
Ist ein Selbstläufer.
(Es sei denn, es regnet in Strömen und die Bowleschale explodiert).
(Aber selbst dann ist es noch superlustig).

 

2. Im Wald Trollhöhlen suchen und Schiffe bauen

Wenn es im Wald so richtig knitterig golbgeldbraun wird und der Boden dick mit Blättern bedeckt ist, dann MUSS man da hin! Endlich können die neuen Matschhosen ausprobiert werden, denn unter jedem verwurzelten Baum könnte sich eine Trollhöhle verstecken, jedes Bündel Äste kann zu einer Schiffswand umfunktioniert werden, selbst wenn sie nur platt auf dem Boden liegt. Ein Holzklotz als Tisch, ein bisschen Rinde als Teller, schöne saftige Pflaumen mitgebracht und darauf verteilt, dazu heisser Kinderpunsch aus der Thermoskanne. Wenn man das Ganze dann noch mit einem Blättermandala schmückt, kann es überhaupt nicht mehr schöner werden.

3. Thanksgiving

Oder auch das gute, alte Erntedankfest. Hab ich hier auf dem Blog schon so einige Male erwähnt und in verschiedenen Ländern zelebriert, wobei ich ausgerechnet in Spanien zum ersten mal zu einem “echten” kanadischen Thanksgiving eingeladen wurde und in Holland zu einem amerikanischen. Ich finde die Tradition des Dankgebens für eine reiche Ernte wunderschön und beim leckeren Essen mit vielen Freunden bin ich eh immer ganz vorne mit dabei! Letztes Jahr haben wir es sogar zum Erntedankgottesdienst in die Kirche geschafft, aber hatten nicht auf dem Schirm, dass jeder dort etwas essbares für den Gabentisch mitbringen sollte. Hektisch fischte ich in meiner Tasche herum und fand noch ein halbes Tütchen Skittles vom letzten Londontrip, das ich dann auf dem Gabentisch ausleerte. (Puck war EMPÖRT von solcher Verschwendung!)

4. Weihnachtsbücher auf dem Flohmarkt kaufen

Dass ich Herbstflohmärkte ungeschlagen für die absolut schönsten Flohmärkte überhaupt halte, erwähnte ich ja bereits. Nun hab ich auch noch das große Glück, in Berlin zu wohnen und da die vielleicht Deutschlandweit beste Auswahl an Flohmärkten für mich in Anspruch nehmen zu können. Mein Liebling ist der Nowkölln Flowmarkt alle zwei Wochen am Maybachufer. Eine bunte Mischung aus Hipstervintage, Trödelträumen und coolen Neukölln Mamis versammelt sich hier hinter den Ständen, während Berliner und Touristen gleichermaßen durch die, seit Corona deutlich luftigeren, Gassen tummeln. Das ganze wird abgerundet von bezahlbaren Streetfoodständen aus aller Herren Länder. Besagte Neukölln Mamis fallen mir immer wieder durch ihren guten Kinderbuchgeschmack auf, und so habe ich hier in den letzten Jahren schon stapelweise tolle Bücher für Puck besorgt. Das ganze Jahr über, besonders aber im Herbst, schaue ich auch gezielt nach Weihnachtsbüchern und öffne dann an jedem Adventssontag ein oder zwei davon als kleine Überraschung.

PS: Die bestürzend hohe Standgebühr in Höhe von 48,50 Euro schlägt sich dankenswerterweise (noch) nicht in den Preisen wieder, also seid nett beim Verhandeln!

PPS: Unsere liebsten Weihnachtsbücher finden sich hier und hier

Meine Flohmarktschätze vom letzten Herbst: Die Taaaaasche! Der Maaaantel! Hach.

5. Halloween

Jajaja, nun kommt mir nicht mit “zu amerikanisch”. Hä. Halloween ist ein Grund zum Feiern, zum Verkleiden UND man kriegt Süßigkeiten und sieht angemalte Kinder. Mir doch egal, wo das herkommt. Bei uns damals gab es das noch nicht (wir hatten ja nichts, nichtmal Halloween!), deswegen wird das Fest hier im Hause so richtig zelebriert. Mit Zauberstäben aus Grissini und Käsesternen, Mandarinenkürbissen und allerlei anderen kreativen Naschereien. Und nach dem Essen geht es los um die Häuser. Die Nachbarschaft hier hat das Fest auch mit viel Großmut akzeptiert und mein wundervoller 93 Jahre alter Vermieter stellt jedes Jahr einen ausgehöhlten Kürbis vor die Tür um anzuzeigen, dass bei uns gesammelt werden kann. Mit 3 Jahren war es für die Kids schon genug, einmal durchs Haus zu gehen – letztes Jahr mit vier hat Puck dann schon den ganzen Häuserblock durchgehalten und die gesammelten Süßigkeiten haben bis Weihnachten gereicht.

und wenn die Kids ihre Süßigkeiten haben, dann geht die Party erst richtig los.

6. Laternenlaufen

Muss ich nicht so viel zu sagen und jaaaa, macht man eigentlich nur mit kleinen Kindern. Also: War ich megafroh, als ich endlich eins hatte und hab mir heimlich auch selbst eine Laterne gebastelt. Bei uns gibt es immer einen großen Laternenumzug, der von der Kirchengemeinde organisiert wird, mit Martinsspiel auf dem Schulhof (“echtes Fert! Echtes Fert, Mama!”, nuschelte Puck schon mit 2 Jahren selig), Posaunenchor und Gottesdienst mit Licht aus und Laternen hochhalten. Danach geht es auf dem Kitahof zum Feuer, Punschen und Stutenkerle essen. Leute mit größeren Kindern und/oder ohne tollen Laternenumzug in der Nähe, können ja trotzdem Laternen basteln und sie als Tischdeko aufstellen.

 

links meine, rechts Pucks

 

Hallo Herbst. Schön, dass du da bist!

Ps: Als siebte Herbsttradition müsste hier eigentlich noch mein alljährlicher Oktobertrip nach London auftauchen, aber das können wir uns ja dieses Jahr wohl abschminken. Ich hab mir aber feste vorgenommen, noch eine Fantasiereise auf den Blog zu bringen.

Vielleicht nehme ich euch ja sogar mit nach Hogwarts…