Wer mir auf Instagram folgt, dem ist schon geläufig, dass der Puck letzte Woche fünf geworden ist. Und dass wir für diesen besonderen Tag (zu dem die Einladungen übrigens schon im Februar geschrieben wurden, jahaa) keine Kosten und Mühen scheuten, versteht sich von selbst.

Dekoration Kindergeburtstag Spielplatz

Hier Dings, wir haben zum Beispiel eine Girlande aufgehängt. Hängematte hätte es fast auch gegeben, nur fehlte leider das Verlängerungsseil. Und das wunderschöne Windspiel kann ich leider auch nicht als unser Werk beanspruchen, das hat Puck von ihrem Freund bekommen, der hat das SELBER GEMACHT <3

Man nehme den Geburtstagskuchen. Riesen Back-Aktion, schön mit Datteln statt Zucker und Leinsamen statt Ei, glutenfrei, vegan und alles in bio. Gesund und hochwertig, sensorisch und edukationstechnisch sehr wertvoll ließ ich das Kind am Vorabend des großen Tages selbstständig mithelfen, selber messen, selber schütten, selber matschen, selber rühren. Klasse, weil sensorylearning und so. Drei zauberhafte kleine Herzen für den Kitageburtstag und dass ich supermama bin, wissen ja wohl mittlerweile eh alle. Bevor der Teig in die Formen kam, aromatisierte ich ihn gedankenverloren nochmal ein „bisschen“ – mit einer Viertelflasche RUM.
Ganz großes Kino, ich hab’s nicht mal gemerkt. Bis wir dann am Geburtstagsmorgen das vierte Herzlein anschnitten und mir der Alkoholduft schon entgegen strömte. (Wasn da los, ich dachte, der verdampft?!)

Wer stand nach dem Geschenkeauspacken in der Küche und googelte hektisch „10-Minuten Schokokuchen“? Supermama💚
(War übrigens mit Zucker, Ei und einer Tafel Schokolade. Schmeckte geil. Hätte ich am liebsten selber gegessen, musste aber leider alles in der Kita abliefern. Hab allerdings kurz überlegt, ob das bisschen Alkohol für die Kinder denn wirklich – ein Witz. Ein Wiiihitz.)

Anyway, da standen wir nun, mit vier kleinen Kuchenherzen und einem großen Geburtstagskuchen (ich hatte die Rezeptmenge verdoppelt und also gleich zwei mal so viel Teigmenge alkoholisiert) und keinem einzigen davon für Kinder geeignet. (Denn der, den ich Morgens noch auf den letzten Drücker gebacken hatte, kam ja mit in die Kita).

…und das war nicht nur ein bisschen “ach mein Gott, die Oma hat früher auch Eierlikör mitgebacken und wir haben es überlebt”, sondern es war “boah, mein Mund wird ein bisschen taub.”

Gleichzeitig begab es sich, dass das Kind am Abend vor dem Fest nicht schlafen konnte (schon klar) aber nicht nur aus allgemeiner Aufregung, sondern aus einem speziellen Grund: “Ich hab so viele Gedanken im Kopf, Mama, und jeder einzelne heisst “Schatzsuche!”
Hrrmpf. Das Thema war vorher schon aufgekommen und ich hatte immer wieder verneint, denn für eine Zweistundenparty nach der Kita bei 34 Grad auf dem Spielplatz hielt ich eine Schatzsuche irgendwie einfach für ein bisschen viel.

Aber nun hatten wir da halt diesen Rumkuchen… und ich hatte sowieso schon (nur für den absoluten Notfall, falls sich alle streiten und keiner mehr miteinander spielen will) ein kleines Spiel namens “Perlentaucher” aus dem Internet gefischt, das ich easy aus der Tasche zaubern konnte. Und in dieser Kombination hatte mein herzallerliebster Mann/ bester Pirat der Welt, eine kleine Idee, die bei den Kids aber einschlug wie eine Bombe. Wer also ein Geburtstagskind hat, dass nach Schatzsuche kräht, aber keine Lust (oder kein Talent) für riesige Vorbereitungen hat, der nehme folgende Zutaten, für die

einfachste Schatzsuche aller Zeiten in 8 Schritten

Ihr braucht:

  • Eine große Kiste mit Sand (oder, wie in unserem Fall ein Planschbecken, was wir einfach auf dem Spielplatz aufgepumpt haben)
  • Ein Glas voll Perlen (gibts ganz günstig auf Flohmärkten oder bei Kleinanzeigen)
  • Gummibärchen verschiedenster Arten
  • ein Sieb
  • (Evtl. Gummiband, für spätere Armband Bastelaktionen)
  • Eine Schatzkarte

 

Schatzkarte Kindergeburtstag

… die Sticker hatten wir letztes Jahr mal auf dem Flohmarkt gefunden

 

Schritt 1:
Man nehme das Sieb und verbuddele es irgendwo

 

Schritt 2:
Man markiere den Verbuddelungsort auf der Schatzkarte

 

Schritt 3:
Man erzähle den staunenden Fünfjährigen, dass leider, leider, gestern Abend eine Bande Piraten im Haus war und den Kuchen klauen wollte. Und dass der Kuchen zwar gerettet werden konnte, aber leider nicht, bevor die Piraten ihn mit Rum übergossen hatten. Denn wie jeder weiss, LIEBEN Piraten RUM!

 

Schritt 4:
Dass die Piraten aber eine Schatzkarte hinterlassen hätten, und auf dieser sei, man kann es kaum glauben, GENAU DIESER SPIELPLATZ verzeichnet und ob sie denn erraten könnten, wo das Kreuz… – (an dieser Stelle waren die Kinder bei uns schon alle weg und fleissig an der verzeichneten Stelle am Buddeln. Tipp: Wer mal kostengünstig seinen Garten umgegraben braucht, veranstalte eine Schatzsuche mit 10 Kindern.)

 

Schritt 5:
Sobald die Kinder das Sieb finden (“hä, das ist ja nur ein Sieb, was soll das denn, das ist doch kein Schatz…”) lese man geheimnisvoll den entsprechenden Hinweis, der zur Perlenkiste leitet (weil die Piraten haben ihren Perlenschatz vergraaaaben, ist ja klar)

 

Schritt 6:
Man lasse alle Pläne sausen, nach denen jedes Kind einzeln im Zehn-Sekunden-Takt mit Stoppuhr und dem Sieb nach Perlen graben darf und erfreue sich daran, wie zwanzig kleine Hände innerhalb von 2 Minuten 300 Perlen aus dem Planschbecken graben

Schritt 7:
Wenn der Perlenschatz (so weit wie möglich, nehmt bloss keine wertvollen Perlen) ausgebuddelt ist, bekommt jedes Kind eine Butterbrottüte, in die jeweils ZEHN Perlen Finderlohn von den Piraten abgezählt werden (der restliche Perlenschatz geht zurück an die Piraten und kann später zu Armbändern verbastelt werden).

 

Schritt 8 UND JETZT KOMMT DAS BESTE:
Jede Perle darf nun bei der Piratenprinzessin gegen eine Süßigkeit eingetauscht werden. Wir hatten dafür 18 verschiedene Sorten Gummizeug und ich verspreche euch, bei der Auswahl fingen nicht nur die Kinderaugen an zu leuchten. Plötzlich wühlten auch die abholenden Eltern im Planschbecken herum auf der Suche nach evtl. vergessenen Perlen.

Piratenprinzessin für die Schatzsuche

Zutaten für eine eins A Piratenprinzessin: Irgendein Piratenacessoire vom Flohmarkt, eine verstellte Stimme mit Akzent und viel “rrr” und ein Ballkleid, dass ihr zum Höhepunkt der Coronakrise mit den Worten gekauft hat “Dann zieh ich es halt auf dem Spielplatz an, mir doch egal!”

Tipp:
Bei uns durften die Kinder nacheinander immer jeweils 2 Perlen eintauschen und die Regel war, dass sie am Ende nicht zwei gleiche Süßigkeiten in ihrer Tüte haben dürfen (Eltern werden den Sinn dieser Regel direkt durchschauen, allen anderen erkläre ich gerne, dass ich keine Lust darauf hatte, dass am Ende drei Kinder flennen, weil Rosi alle sauren Schlangen genommen hat und sie nur eine gekriegt haben und dann auch noch die eklige in rot.)

 

Planungsaufwand:
10 Minuten + zwischen 2 Minuten und 2 Stunden, je nachdem wie kunstvoll ihr die Schatzkarte gestalten wollt + die Zeit für den verhunzten Kuchen

Dauer der Schatzsuche:
Ich hatte ca. 15 Minuten eingeplant, letztendlich waren die Kinder schon alleine fast eine Stunde damit beschäftigt, sich auszusuchen, welche Süßigkeiten sie für ihre kostbaren Perlen eintauschen konnten. (Außer Rosi, die war ganz fix, lief dann still und heimlich zum Planschbecken und fand, Wunder über Wunder, ständig neue Perlen in ihrer Tüte. Vergiss es, Rosi, die Piratenprinzessin lässt sich nicht so leicht austricksen. Wir würden dich aber dafür gerne auf unserem Schiff anheuern…)

galaktisch praktisch.

Ergebnis:
“Mama, der Geburtstag war nicht megagut, der war MEGAMEGAGUT!”
(meldete mir die Mama von Pucks Freundin als Rückmeldung). Puck selbst ließ nicht so viel verlauten, sie war (und ist immer noch) damit beschäftigt, die Geschenke auszupacken. Denn, oh:

 

BONUSTIPP:
Wünscht euch einfach von allen Leuten “dass wir einen besonderen Tag zusammen verbringen”. Dann kriegt ihr nämlich nicht nur die genialsten Ausflüge (Ins Barfussland, ins Schwimmbad, zu Karl’s Erdbeerhof…) SONDERN ihr kriegt die Geschenke auch noch OBENDRAUF, weil “wir wollten jetzt nicht mit so ganz leeren Händen…”
Für euch getestet.
Gern geschehen.
Achso, Ihr habt auch so eine kleine Wohnung wie wir und wollt eine Geschenkeflut vermeiden? Könnt ihr vergessen. Wünscht euch am besten was Plattes. (Klebehefte, Tip Toi Bücher, CDs, Freundebücher) oder etwas, was man aufbrauchen kann (Bastelsachen, Fingerfarbe).

So. Und jetzt Schiff Ahoi, die Piratenprinzessin muss wieder in See stechen.