Dies ist der fünfte Teil und der Abschluss meiner Südafrika-Reihe. Hier geht es zum Überblick über die ganzen drei Wochen. Und mittlerweile sind wir bei den letzten vier Nächten angekommen.

Es ist unser 17. Tag in Südafrika und pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir Abends in Swellendam auf der Kwetu Guest Farm an. Eigentlich nur als eine Nacht Übergangsstation gedacht- aber das Ding hier ist dermaßen ATEMBERAUBEND traumhaft schön, dass es kaum zu glauben ist. Es ist eine kleine Privatfarm, die ich wegen der zwei Giraffen gebucht hatte, die frei auf dem Gelände herumlaufen, bevor ich wusste dass wir auch noch in der Safari Lodge sein würden. Hier gibt es zwar keine Löwen, aber das Erlebnis ist meiner Meinung nach viel spektakulärer als auf der Safari, weil die Giraffen, Springböcke, Antilopen, Pferde und all die Tiere die es hier gibt, einfach frei herumspazieren und auch mal in unserem Garten vorbeischauen. Es gibt einen kleinen Teich zum Schwimmen und man könnte stundenlang auf dem Gelände umherwandern. Ich könnte Woooochenlang hier bleiben (also so, wie bis jetzt eigentlich überall hier) aber leider geht es nach einer Nacht schon weiter.

Sonnenuntergang Kwetu Guest Farm Safari mit Kleinkind Südafrika

Ich könnt schwören, dass die Sonne in Afrika hübscher untergeht, als irgendwo sonst.

 

Ich, völlig verzaubert von meinem Sonnenuntergangsspaziergang übers Gelände

Ich, völlig verzaubert von meinem Sonnenuntergangsspaziergang übers Gelände

 

Kwetu Guest Farm Safari mit Kleinkind Südafrika

Chris ist auch happy. Gooooott wie schön das hier ist!

 

Sonnenuntergang Kwetu Guest Farm Safari mit Kleinkind Südafrika

Da latscht sie. Zehn Meter an mir vorbei. Hab selten so lange den Atem angehalten. Das ist tausend mal besser, als mit dem Safarijeep zu fahren.

 

Kwetu Guest Farm Safari mit Kleinkind Südafrika

Guten Taaaag.

 

Sonnenuntergang Kwetu Guest Farm Safari mit Kleinkind Südafrika

Jeder Grashalm hier ist magisch.

Berge im Schattenspiel

Berge im Schattenspiel

 

Abendbrotzeit für Giraffen

Der Kumpel ist auch angekommen. Ist wohl Dinnertime.

 

Puck beim iPad gucken Kwetu Guest Farm Safari mit Kleinkind Südafrika

Das Kind, 102% unbeeindruckt von der Umgebung, guckt Pippi Langstrumpf. Seeeeriously???

 

Den Abend nutzen wir, um einem Tipp zu folgen, den wir auf dem Weg bekommen haben. Obwohl Swellendam nicht am Meer liegt, soll es hier ein ganz charmantes Seafood Restaurant geben. Und so kommen wir nach Sonnenuntergang im “The Garden Shack” an, einer Mischung aus Pflanzenladen und Strandbar und sind sofort verliebt. Die Besitzer haben überall kleine Überraschungen eingebaut und der Puck verbringt die erste halbe Stunde damit, die Elfen und Gnome, Püppchen und kleinen Tiere zu suchen, die sich zwischen den Pflanzen verstecken. Chris und ich sitzen unter dem funkelnden Lichterketten-Fischernetz-Himmel und vergraben unsere nackten Füße im Sand, während wir an unserem Wein nippen. Kurz bevor unsere Fisch- und Garnelenplatte kommt, findet Puck die Kiste mit dem Sandspielzeug und hat kaum noch ein Auge für ihre Pommes über.

 

Garden Shack Kleine Überraschungen

Hallo, wer seid ihr denn?

Früh (viel zu früh) am nächsten Morgen, trickst mich mein Kind mal wieder durch Süßheit aus. Und obwohl ich doch dringend noch schlafen wollte, sitze ich da im Sonnenaufgang auf der Terasse unseres Cottages und blinzele verschlafen den Steinbock an, der gerade die Wiese zu mir hochstiefelt.

Steinbock im Sonnenaufgang.

Morgäään. Auch Kinder?

Für alle Eltern, die nicht auf die gleiche Strategie reinfallen wollen – SO hat das Kind es aufgezogen: Erst hat sie mich dazu gebracht, im Halbschlaf ihren neuesten Mückenstich zu krullern. (Chris und ich haben seit der Erfahrung in Cape Town höllisch aufgepasst mit langen Klamotten und Mückennetz und Spray aber gestern Abend im Restaurant nach dem Händewaschen waren die Unterarme entblößt und ZACK die fiese Möpp hat zugeschlagen). Dann hat sie mir, während ich noch den Kopf unterm Kissen versteckt hatte, erzählt dass sie ganz alleine auf der Terasse spielen will (als ob!) wenn ich ihr NUR KURZ helfe ein langes T-shirt anzuziehen („damit mich keine Fliege beißt, Mama!“). Als sie mich dann aus dem Bett getrickst hatte: „Mama kannst du mein Schnuffeltuch mit mir suchen. Dann kann ich ein bisschen Schnuffeln weil ich doch gleich alleine bin“ und plötzlich stand ich irgendwie barfuß im taufeuchten Gras auf unserer wunderschönen Wiese und war WACH. Lange nicht so wach wie meine Tochter allerdings, die Kreise um mich rumrennt und Weihnachtslieder schmettert, in einer Lautstärke, dass jedes Tier im Umkreis längst geflüchtet ist. Das mit dem alleine spielen klappt natürlich vorbildlich. Nicht. Ich frage mich, wie sie es geschafft hat, dass ich jetzt SCHON WIEDER das Baby bin, während ich mit der Flasche gefüttert werde. Leider ist da nichts drin. Hilfe, man reiche mir einen Tee!! Übrigens ist Chris, man nennt ihn auch „den Trickser“, schon vor einer Stunde mit seiner Kamera in der Wallachei verschwunden. Sonnenaufgangsbilder. Pff. (Die Empörung würde mir leichter fallen, wenn ich nicht wüsste, das am Ende wieder traumhafte Bilder dabei herauskommen, die ich dann auch hier teilen darf, also spiele ich von mir aus auch nochmal das Baby.)

Berge im Sonnenaufgang.

…und dabei gucke ich mir die Berge an. Man kann es schlechter haben.

 

Sonnenaufgang

haaaaaach.

Vor unserer Abreise kann ich noch eine Stunde Mamazeit für einen Spaziergang über das Gelände herausschlagen. Überall begegnen mir kleine Tierherden, denen ich mich ganz vorsichtig annähere, um sie nicht zu verscheuchen. Ich laufe barfuß durchs Gras, zum kleinen See, an dem ein Floß darauf wartet, zu einem Abenteuerboot zu werden. Heftig bereuend, dass wir nur eine Nacht hier gebucht haben, mache ich mich schweren Herzens auf dem Weg zurück zu unserem Cottage, wo Chris schon das Gepäck ins Auto geladen hat. Und weiter geht die Fahrt, zurück Richtung Cape Town, von wo wir in drei Tagen (Hilfe wieso schon in drei Tagen?!) wieder zurück nach Berlin fliegen.

Floß im Sonnenaufgang

Selbst Captain Jack Sparrow schläft noch.

 

Straußen

Aber die hier sind auch schon unterwegs.

Unsere letzten drei Nächte in Südafrika verbringen wir in Stellenbosch. Ich hatte gedacht, es wäre schön, unsere Reise noch mit einer Tour auf einem Weingut abzuschließen, schließlich gehört ein Abstecher in die Weinregion doch zu jeder Garden Route Tour dazu… doch sobald wir in dem kleinen Städtchen mitten im Inland ankommen, müssen Chris und ich gegen akute Klaustrophobie ankämpfen. Die Weite der letzten Wochen, diese wundervolle Aussicht die wir von all unseren (Dach)terassen hatten, das Meer, die Berge – all das fehlt in Stellenbosch (auch wenn man natürlich die Berge, so wie überall an der Garden Route, auch hier gut im Blick hat. Aber trotzdem ist man eben in einer Stadt und der Gedanke, dass das Ende unserer Reise kurz bevorsteht und wir dann wieder in die große Stadt zurückfliegen, deprimiert mich). Ich möchte an dieser Stelle nochmal ausdrücklich dazu raten, falls ihr die Garden Route bereisen wollt, mit Cape Town anzufangen und von einem anderen Flughafen zurückzufliegen, also One Way zu fahren. Hier hab ich mehr über unsere Routenplanung geschrieben.

Stellenbosch Ausblick auf die Berge

Ich mein, schon klar, den Ausblick hat man in Berlin nicht.

Als wir uns einmal an Stellenbosch gewöhnt haben, gibt es natürlich auch hier viel Lohnenswertes zu sehen. Am Eindrücklichsten im Gedächtnis bleibt mir eine Wanderung durch den Jonkershoek Nationalpark. Der Weg ist auch für ein kleines Kind gut alleine zu laufen und die Aussicht erinnert an Schottland – ein Land, dass für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen einnehmen wird. Ich fühle mich also auf Anhieb wohl, obwohl es die ganze Zeit regnet.

Jonkershoek Nationalpark

Wie die Feenhügel auf Skye. Plötzlich sind wir in Schottland.

 

Ein Besuch auf dem berühmten Weingut Spier bleibt mir dagegen nur als langweilig und ziemlich überteuert im Kopf, was aber auch daran liegen könnte, dass wir erst kurz vor der Schließzeit hier ankommen, weil wir nicht wussten, dass die Weingüter in Stellenbosch alle schon gegen 17 Uhr zumachen. Wir essen also noch schnell einen sehr trockenen Brownie, spielen ein bisschen auf dem Spielplatz und fahren dann wieder in unser Airbnb. Zu DEM muss ich allerdings noch ein bisschen mehr schreiben, denn es war der Grund, warum wir überhaupt auf Stellenbosch gekommen sind.

Gebucht haben wir bei Colleen und Walter, einem Deutsch/südafrikanischen Pärchen aus zwei Professoren im Ruhestand. Sie Kunst, er Literatur. Ihr Haus steht in einer der ältesten Straßen Südafrikas und muss auch ungefähr aus den Anfängen der Kolonialzeit stammen, zumindest sieht es so aus. So richtig kuschelig und gemütlich und eigentlich eher für kalte Wintertage geschaffen, in denen man zusammen am Kamin sitzt und Tee trinkt. Das Unterkunft wird mir von Airbnb angezeigt, obwohl ich eigentlich für unsere letzten Nächte Capetown nach einem Airbnb für Capetown geschaut habe aber die Reviews sind so überragend gut und das Haus sieht so charmant aus, dass ich spontan entscheide, den letzten Rest unseres Urlaubs in Stellenbosch zu verbringen.

So, stelle ich mir vor, sah die Küche auch vor Hundert Jahren schon aus.

So, stelle ich mir vor, sah die Küche auch vor Hundert Jahren schon aus.

Als wir bei Colleen und Walter ankommen und ich die Bibliothek sehe, weiss ich schon, dass wir das Haus nicht mehr so viel verlassen werden. Puck stürzt sich auf die Spielzeugkiste im Wohnzimmer und wir gehen auch wirklich den ganzen nächsten Tag nicht aus dem Haus. Also doch, aber wir schaffen es nur bis in den verzauberten Garten, in dem überall kleine Lauben und Betten zum Ausruhen stehen, in dem kleine Springbrunnen immer das Geräusch von fließendem Wasser erzeugen und eine Mediationsecke mit Buddha und Maria wie geschaffen zum herunterkommen ist. Jeden Morgen serviert Colleen uns eins der besten Frühstücke, die ich je gegessen habe (sie tut irgendein Gewürz an die Champignons für das Omelett, nach dem man süchtig wird).

Bibliothek

#lifegoals

 

Frühstück

Colleens Frühstück. Wir teilen es mit Jan und Kevin, einem Vater-Sohn Duo, die für Kevins Rugby Championship-Match am nächsten Tag angereist sind. Haha, mehr Südafrika geht nicht.

 

Puck und ich versuchen, den verzauberten Garten zu malen.

Puck und ich versuchen, den verzauberten Garten zu malen.

Chris spielt selig seine Handpan, Puck und ich verbringen den Tag mit Aquarellfarbe und Pinsel, zwischendurch kochen wir zusammen mit den Hausherren und lauschen fasziniert ihren viele Geschichten aus einem langen, Interessenten Leben in Südafrika – ein perfekter Abschluss für eine perfekte Reise.

 

Abschied von Cape Town

Südafrika – sobald wir können, kommen wir wieder! Danke, dass du so wunderschön bist.

Auf den Geschmack gekommen? Hier findet ihr eine Übersicht aller Südafrika Posts. Schön, dass ihr da seid. Mir hat es wahnsinnig Spaß gemacht, all diese wundervollen Erinnerungen noch einmal für euch aufzuschreiben.

Ps: Ich werde für diesen Post weder gesponsert noch sonst wie bezahlt und verdiene auch nichts an den Verlinkungen. Es handelt sich daher laut aktueller Rechtssprechung um unbeauftragte Werbung.

 

Die letzte Giraffe für heute.

Die letzte Giraffe für heute. Tschüß mein Freund.