Ich freu mir einen Keks, ich freu mir einen Keks, mein Kind ist ein Lesekind! Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich meine Mama jeden Abend bekniet habe, mir “nur noch eeeeine einzige Pippi Geschichte” vorzulesen – nachdem sie schon drei gelesen hatte. Mittlerweile bezweifle ich, dass das ein allzu großes Opfer war, denn auch der Puck muss nie lange betteln, um noch die dritte und vierte Geschichte aus mir rauszuquatschen. Wenn ich bei allen anderen Dingen auch noch so konsequent bin; bei Büchern kann ich einfach nicht nein sagen. Dazu kommt, dass wir den gleichen Geschichtengeschmack haben. Und seit sie zum vierten Geburtstag den Sammelband bekommen hat, ist hier sowieso jeden Abend Bullerbü. Damit dieser Post nicht aaaallzu lang wird, verzichte ich bei den Klassikern auf große Beschreibungen, weil ich davon ausgehe, dass die meisten von euch mit Pippi und Pettersson vertraut sind. Deshalb ohne lang zu quasseln: Unsere aktuellen Lieblinge. Viel Spaß beim Lesen!

Die Klassiker von Astrid Lindgren

Lindgren die schönsten Kinderbücher für Vierjährige1

Mit den Pippi Geschichten haben wir schon angefangen, da war der Puck noch keine drei Jahre alt. Das waren die einzigen Geschichten, die immer schon auch gut ohne viele Bilder funktioniert haben, obwohl die Bilderbücher natürlich für kleine Kinder schöner sind, gerade weil die Lindgren Bücher, wie ich finde, in allen Ausführen super süß illustriert sind. Für Urlaube tut es bei uns aber auch immer der große Pippi Sammelband. Seit dem vierten Geburtstag liegt wie gesagt Bullerbü ganz groß im Rennen, obwohl auch da der Sammelband nicht so viele Bilder hat. Meine persönlichen Lieblinge sind heute die Lotta Geschichten, obwohl ich noch weiss, dass ich die als Kind selber immer eher nervig fand und lustigerweise holt auch der Puck sie selten aus dem Regal. Michel mag ich persönlich nicht so gerne, deshalb habe ich die Bücher nie gekauft. Wir hatten sie aber mal ausgeliehen und auch da kamen sie gut an. Also mit den Klassikern von Astrid Lindgren kann man bei Kindern in dem Alter eigentlich meiner Meinung nach kaum was falsch machen. Eine Ausnahme ist vielleicht Madita, die Geschichten sind eventuell eher für etwas größere Kinder. Für den Puck sind sie oft noch zu spannend. (Zum Beispiel die Weihnachtsgeschichte, in der Lisbeth aus Versehen mit dem alten Säufer auf dem Schlitten mitfährt und dann fast erfriert…)

Die Einzel-Geschichten von Astrid Lindgren

Lindgren Bullerbü bis Lönneberga_Die schönsten Kinderbücher für VierjährigeHeiß geliebt wird vom Puck “Die Puppe Mirabell”, da gibt es ein zauberhaft illustriertes Bilderbuch von Pija Lindenbaum. Auch mit ganz vorne im Rennen sind “Nils Karlsson Däumling” und “Im Land der Dämmerung” (obwohl ich selbst das Land der Dämmerung ziemlich gruselig finde, aber Kinder interpretieren da nicht so viel hinein). Immer und immer wieder müssen bei uns auch “Pelle zieht aus” und “Ich will auch Geschwister haben” gelesen werden.
Alle Fünf Geschichten sind als Bilderbücher erschienen, aber auch in dem Sammelband “Von Bullerbü bis Lönneberga” zu finden. Ihr merkt, wir mögen Sammelbände. Da ich ein großer Fan der Illustrationen von Katrin Engelking bin (obwohl die Kinder immer so alt aussehen), mag ich die Bilder auch sehr. Alle anderen Geschichten in diesem Sammelband (bis auf die Pippi und Bullerbü Geschichten) sind für den Puck noch nicht so spannend, da haben wir noch was, worauf wir uns in den nächsten Jahren freuen können.

Little people, big dreams

Die schönsten Kinderbücher, Little people, big dreams

Diese Reihe hätte locker einen eigenen Post verdient, weil sie so unglaublich fantastisch ist! Wir haben die zauberhaft illustrierten Bücher vor zwei Jahren in Spanien entdeckt, und ich habe sie dem Puck in einem kleinen Buchladen beim Vorlesen direkt aus dem spanischen simultan übersetzt. Schon da war sie fasziniert von den Bildern und heute bieten uns die Geschichten einen wunderschönen Anlass, um auch ernstere Themen kinderecht zu besprechen. Little people, Big dreams erzählt in einfach verständlicher, kindgerechter Sprache die Geschichten von kleinen Mädchen, die zu Heldinnen wurden (mittlerweile gibt es beide Geschlechter, aber traditionell werden in den Büchern die berühmten Frauen der Weltgeschichte vorgestellt). Wir haben momentan sechs Bücher aus der Reihe, von denen der größte Favorit lange die Geschichte von Mutter Teresa war. Seit einigen Wochen holt sie aber auch die anderen Bücher jeden Abend aus dem Regal, allen voran Rosa Parks und Emmeline Pankhurst. Die heile Welt Bullerbüs wird nahtlos abgelöst von Diskussionen über Sklaverei, Frauenwahlrecht und Kinderarmut – und erstaunlicherweise funktioniert das für mein vierjähriges Kind hervorragend. Ich selbst bin dagegen schon ganz schön ins Schwitzen gekommen, denn wie zur Hölle beantwortet man Fragen wie “Warum dachten die Leute, dass Frauen dumm sind?”, “Warum haben weissen Leute die Schwarzen so schlecht behandelt?”. Aber wer sich nicht scheut, mit seinem Kind auch schwierigere Themen anzusprechen, der wird fasziniert und ermutigt sein von diesen Geschichten, die zeigen, dass alle großen Frauen harte Proben bestehen mussten, bevor sie die Welt änderten und wieviel der Mut eines einzigen Menschen bewirken kann. Und vielleicht belohnt werden mit einem spontanen Kommentar wie “Du Mama, die waren aber dumm die Leute. Die wussten gar nicht, dass alle Menschen gleich sind!”

Amelie Anders stellt die Welt auf den Kopf

Amelie Anders, die schönsten Kinderbücher für VierjährigeOkay, zurück zu unkompliziert mit Glitzer 😉 Amelie Anders war schon ein Favorit seit dem dritten Geburtstag, wird aber auch mit vier Jahren immer noch gern gelesen. Amelie ist nämlich anders als alle anderen Kinder! Statt selbst in den Kindergarten zu gehen, bringt sie ihre Eltern in den Elterngarten, während sie mit ihren Freunden die größten Stofftiere kauft, die sie finden kann. Danach bauen sie aus Sand und eimerweise Wasser einen Strand in ihrem Zimmer. Zum Abendbrot gibt es Frühstück, nein wirklich! Und danach zieht sie sich ihren Schlafanzug aus und den hübschen Rock an und kämmt sich ordentlich die Haare, damit sie beim Schlafen nicht so zerzaust aussieht wie tagsüber. Die süßen Illustrationen von Kathleen Hoffmann zeigen den liebevoll verrückten Tag einer Hippiefamilie, die man klamottentechnisch auch hervorragend in Prenzlauer Berg antreffen könnte.

 

Alle Linnea und Juli Bücher von Kirsten Boie

Linnea die schönsten Kinderbücher für Vierjährige1

Ich kannte Kirsten Boie vorher selbst nur durch die Skogland Bücher, eine Jugend-Reihe, die ich mit Anfang zwanzig (ahem!) verschlungen habe. Nun entdecke ich mit dem Puck das ganze Schreibtalent von Frau Boie in ihren zauberhaften Kinderbüchern, die so charmant und frech und dabei mit so viel Verständnis für Kinder geschrieben sind, dass ganz klar wird: hier kennt sich wirklich jemand mit Kindern aus. Der Puck liebt vor allem die Juli- und Linnea Bücher, in denen jedes Kindergartenkind sich mit all seinen täglichen Problemen wiederfinden wird. Ob Juli nicht schlafen kann, weil sein Kuschelglühwürmchen weg ist (obwohl Papa gesagt hat, dass da ja eh nur ekliges chemisches Zeugs drin ist) oder keins von den anderen Kindern mit ihm sein Butterbrot tauschen will (obwohl er ihnen doch gesagt hat, dass dieser Reformhausaufstrich den Mama gekauft hat, wirklich sehr gesund ist); wer ein kleines Kind zuhause hat, der wird beim Vorlesen kräftig grinsen müssen. Linnea ist quasi eine moderne Version von Astrid Lindgrens Lotta (so wie Boies Kinder aus dem Möwenweg bestimmt nicht nur zufällig große Ähnlichkeit mit den Bullerbü Geschichten aufweisen), aber sie stehen dem Original in nichts nach. Linnea wohnt mit ihren beiden großen Geschwistern bei der Mama, außer wenn sie beim Papa und seiner neuen Freundin in Bremen sind und an der Weser spazieren müssen (Bäh!). Linnea ist mindestens genauso frech wie Lotta und man kann es ihr mindestens genauso wenig übelnehmen. Auch die Persönlichkeit von Linneas großen Geschwistern Anna und Magnus kommt gut heraus, obwohl sie selten im Fokus stehen. Eine Ausnahme ist die Geschichte “Linnea klaut Magnus die Zauberdose”, die aus Magnus Sicht beschrieben wird und ganz, ganz süß erzählt, wie ein stiller kleiner Junge versucht, an die Magie einer rasselnden alten Blechdose zu glauben, bis seine blöde kleine Schwester sie aufmacht und er merkt, dass nur Bohnen darin sind. Hach, ich konnte so mit Magnus mitfühlen! Nicht nur mit Magnus, auch mit Linnea, die angesichts von Magnus Verzweiflung selber ganz durcheinander ist. Zauberhaft.

Die Einzelgeschichten von Kirsten Boie

Auch alle anderen Bücher für Kinder im Kindergartenalter, die wir bisher von Kirsten Boie in die Hände bekommen haben, waren hier ein großer Hit. Allen voran “Klar, dass Mama Ole lieber hat”, welches sich, einmal um sich selbst gedreht, in “Klar, dass Mama Anna lieber hat” verwandelt und eine ganz tolle Geschichte für alle Geschwisterkinder ist. Denn klar hat Mama immer den kleinen Ole lieber, das sieht man ja schon daran, dass sie immer zu ihm hält. Und ausserdem kriegt er IMMER mehr Schokopudding. Wobei – eigentlich hat Mama ja die große Schwester Anna lieber, schließlich darf die viel länger aufbleiben. Und ausserdem kriegt sie IMMER mehr Schokopudding.

Dann hatten wir noch zwei Geschichten aus der Bibliothek ausgeliehen, die aber anscheinend leider nicht mehr verlegt werden, denn ich konnte sie nur noch gebraucht finden. Sowohl Illustrations- als auch themenmässig befinden wir uns hier deutlich ganz tief in den Neunzigern, es geht nämlich um Geschlechterrollen. In “Du wirst schon sehen, es wird ganz toll” versucht Tinkas Mama ihr mit allen Mitteln das Cowboy Kostüm schmackhaft zu machen, obwohl Tinka viel lieber ein Marienkäfer oder eine Prinzessin sein will. Aber “so hab ich dich schließlich nicht erzogen!” und schwups, ist Tinka dann doch ein Cowboy. Das ganze Faschingsfest ist dadurch ruiniert, vor allem als Tinka in den Kindergarten kommt und da tausend Marienkäfer und ungefähr eine Million Prinzessinnen rumlaufen. Da will sie sich schnell auf dem Klo verstecken, doch da ist schon jemand… der fiese Ole nämlich, der immer so brutale Pistolenspiele spielen will, dass seine Mama dachte, wenn sie ihn nur in ein Marienkäferkostüm steckt, würde er ja vielleicht damit aufhören. Eine mit viel Augenzwinkern erzählte Parabel darüber, dass Eltern manchmal auch ganz schön über die Stränge schlagen können mit ihrer Prinzipientreue.

In “Vater Mutter Kind” ist Line gezwungen, mit dem doofen Daniel zu spielen, weil seine Mutter nämlich noch einkaufen will und der doofe Daniel deswegen zu ihr nach Hause kommen muss. Der doofe Daniel sitzt im Kindergarten immer ganz still wenn die Erzieherin etwas vorliest und er spielt nie was Spannendes, sondern sitzt nur am Tisch und malt hübsche Blümchen. Da muss sie ihm erstmal erzählen, dass er in ihrem Zimmer aber nichts anfassen kann, weil sie das alles mit Gift besprüht hat! Erst als der doofe Daniel sagt, dass sie beim “Mutter Vater Kind”-Spielen auch gerne die sein kann, die arbeiten geht und er gerne als Papa zuhause bleibt und sich um das Kind kümmert, und als sie sogar sein darf, was sie will (sogar Cowboy!), da ist der doofe Daniel auf einmal gar nicht mehr so doof.

Martin der Schuster

Martin der Schuster, die schönsten Kinderbücher für VierjährigeMasahria Kasuya erzählt hier eine Legende von Tolstoi nach. Der Puck hat das Buch von ihrem Uropa bekommen und ich hätte aufgrund des Illustrationsstils gar nicht gedacht, dass es ihr so gut gefallen würde, aber sie liebt es. Martin der Schuster lebt in einem Keller und hat selbst nicht viel, aber er hilft jedem, der Hilfe braucht. Durch sein kleines Kellerfenster kann er zwar nur die Füße der Menschen sehen, aber er erkennt jeden an seinen Schuhen. Die Leute mögen ihn, weil er gute Arbeit macht und nicht zu viel Geld dafür verlangt und Abends liest er immer Geschichten von Jesus in der Bibel. Eines Abends hört er eine Stimme und merkt, dass es Jesus ist, der da zu ihm spricht und Jesus sagt “Martin, schau Morgen hinaus, ich will zu dir kommen.” Aber so sehr Martin auch auf die Straße schaut, er sieht nur normale Menschen. Zum Beispiel den alten Stephan, der immer den Schnee von der Straße fegt und immer wieder stehenbleiben muss, um sich auszuruhen. Oder die Mutter, die in ihrem dünnen Kleid versucht, ihr kleines Baby vor dem scharfen Wind zu schützen. Oder den kleinen hungrigen Jungen, der von einer wütenden Frau dabei erwischt wird, wie er einen Apfel klaut. Martin hilft ihnen allen, schenkt Tee aus, verschenkt seine Jacke und schlichtet Streitigkeiten. Aber Jesus hat er immer noch nicht gesehen. Bis er Abends wieder die Stimme hört. Und die sagt “Ich war doch da. Es steht doch in der Bibel: “Alles was ihr den Armen getan habt, habt ihr mir getan. Erkennst du mich jetzt?”

Die Geschichte funktioniert natürlich nur, wenn ihr Lust habt, euer Kind mit der Bibel, bzw. mit Jesus vertraut zu machen. Ich wurde davon ein bisschen überrascht, weil ich direkt laut losgelesen hatte, ohne das Buch vorher selbst anzuschauen und konnte die Fragen zur Bibel und Jesus die der Puck danach gestellt hat, selbst nicht so besonders gut beantworten. Jesus kennt sie ja aus der Weihnachtsgeschichte, aber warum seine Geburt nun eigentlich so besonders war, hatte sie vorher nie in Frage gestellt. Deshalb habe ich auf dem letzten Flohmarkt eine kleine Kinderbibel mitgenommen – so richtig Anklang hat sie bis jetzt aber noch nicht gefunden. Schauen wir mal.

Pettersson und Findus

Pettersson die schönsten Kinderbücher für Vierjährige1

Auch hier muss ich wohl nicht so viel erklären, den alten Pettersson und seinen sprechenden Kater Findus kennen bestimmt viele noch aus der eigenen Kindheit. Wir haben alle Bände (edit: Uuuuh, hab grad gesehen, dass das nicht stimmt. Anscheinend ist 2013 ein neuer Band rausgekommen, den ich noch nicht kannte: Findus zieht um. Der wird direkt mal auf die Weihnachtsliste gepackt!) und auch diesmal sind die Geschichten schon ungefähr seit dem dritten Geburtstag bei uns beliebt. Ich finde Pettersson und Findus kann man aber auch gut in der Grundschule noch lesen. Die einzige Geschichte, die der Puck nicht so mag, ist “Armer Pettersson”, die ist ihr wohl zu traurig. Alle anderen werden ungefähr gleich regelmässig aus dem Regal geholt, bis auf “Eine Geburtstagstorte für die Katze” – die hab ich nämlich mal versteckt, weil ich sie so nervig vorzulesen finde mit den vielen Wiederholungen. Aber Pst! Außerdem musste ich danach immer Pfannkuchentorte machen.

Leider sind die Mama Muh Bücher, die ebenfalls von Sven Nordqvist illustriert, allerdings nicht geschrieben wurden, beim Puck noch nie besonders gut angekommen. Schade, denn die machen beim Vorlesen echt viel Spaß!

Pooja das Elefantenmädchen

Pooja, die schönsten Kinderbücher für Vierjährige

Lustigerweise ist das eines der ersten Bücher überhaupt, welches wir mit dem Puck damals gelesen hatten, dabei ist es eigentlich ein schwerer Bildband statt eines Kinderbuches. Mit 1,5 Jahren hat der Puck die vielen Bilder von Elefanten und dem kleinen blonden Mädchen ganz fasziniert angestarrt, heute hat sie ganz viele Fragen zu der Geschichte. Das Buch ein sehr guter Einstieg zum Thema Tierschutz und artgerechte Haltung und gerade nach unserem Südafrika-Urlaub waren Wildtiere und Elefanten ein großes Thema bei uns. Es geht um die sechsjährige Pooja Marske, die die Hälfte ihres Jahres mit ihren Eltern, den Journalisten Jessica Marske und Torsten Fricke, in Hamburg lebt und die andere Hälfte in Südindien. Dort schließt sie in einem Reservat Freundschaft mit der Elefantendame Shanti, die dort ihren jährlichen Urlaub von ihrem anstrengenden Leben als Tempelelefant verbringt. Pooja erlebt mit, wie Shanti nach diesem Ausflug in die Freiheit wieder zu ihrem Tempel zurückkehrt und dort als Verkörperung des Elefantengottes Ganesha von Tausenden Menschen täglich verehrt wird. Ob aber Shanti dabei wirklich glücklich ist?
Das Buch wird leider nicht mehr aufgelegt, aber wenn ihr es gebraucht bekommen könnt, ist es definitiv eine Empfehlung wert!

Pooja die schönsten Kinderbücher für Vierjährige1