“Warum haben wir nur drei Wochen gebucht? Warum bloß?” Selten ist es uns so schwergefallen irgendwo abzureisen, wie aus Südafrika. Ich verzichte jetzt auf eine lange Einleitung und lasse euch einfach an unseren Eindrücken teilhaben. Sie sind größtenteils aus meinem privaten Instagram Account übernommen und daher “live”, wichtige Infos hab ich dann später nachgetragen. Hier erstmal die Basic Informationen, der Rest kommt dann nach Etappen sortiert in den nächsten Posts.

Hier geht es direkt zu den einzelnen Posts:

  1. Cape Town
  2. George & Wilderness
  3. Plettenberg Bay
  4. Safari Lodge
  5. Swellendam und Stellenbosch

 

Garden Route – Die perfekte Route mit Kleinkind?

Kurz vorweg: Unser Urlaub war wirklich schon sehr, sehr nah dran an “perfekter geht es eigentlich nicht!” Ich hatte vorher Wochen in die Recherche investiert und ein ziemliches Knallerprogramm zusammengestellt, dass sich auch mit dreijährigem Kind als machbar und richtig toll erwiesen hat. Es gibt nur eine Sache, die ich im Nachhinein anders machen würde; nämlich die Route One Way zu fahren. Wir hatten die Flüge schon gebucht bevor wir uns richtig mit der Planung beschäftigt haben und sind deshalb nach Cape Town geflogen und auch von dort wieder zurück. Deshalb sind wir nur bis Plettenberg Bay gekommen und haben dort wieder umgedreht. Im Nachhinein wäre der Rückflug aus Elizabethtown wesentlich schlauer gewesen, dann hätten wir es nämlich noch in den Addo Nationalpark geschafft und hätten auch noch Fahrzeit gespart.
Nächstes mal dann. Ich hab mir sagen lassen, wer einmal in Südafrika war, der kommt wieder. Hab ich keine Zweifel dran.

Hier die Route die wir gefahren sind:

Garden Route mit Kleinkind

Unsere Route, beim nächsten mal würde ich One Way fahren und von Elizabethtown zurückfliegen

Mietwagen?

Ja. Unbedingt. Keine Chance sonst auf der Garden Route, die Wege sind einfach zu weit. Selbst innerhalb von Cape Town braucht man ein Auto, um die bekanntesten Touri-Spots abzufahren. Die Preise sind aber wirklich machbar mit 15 Euro pro Tag. Und, nette Überraschung, der Kindersitz kostet für 3 Wochen nur 25 Euro. (Nach Schottland hatten wir letztes Jahr unseren eigenen mitgeschleppt. 80 Euro wollten die haben für 14 Tage, gehts noch?)

Die Straßen sind völlig unproblematisch, nur Nachts leider kaum ausgeleuchtet, wahrscheinlich liest man deshalb auch überall den Tipp, nicht nach Einbruch der Dunkelheit herumzufahren. Das lässt sich allerdings manchmal schwer vermeiden, wenn man sich irgendwo den Sonnenuntergang anschauen will und der ist in Südafrika ziemlich früh.

Suedafrika mit Kleinkind Garden Route_4053

Und das war der unspektakuläre Teil des Weges.

Unser Programm

(das lasse ich mal auf englisch, weil ich es so auch zum Sanity Check damals auf TripAdvisor gepostet habe und mir gerne Arbeit spare wo ich kann. Ein paar der Punkte haben wir spontan gestrichen, weil zu stressig, aber ich lasse sie mal hier stehen, weil es euch vielleicht trotzdem gute Anregungen bietet.)

Day 1-5 Cape town
5 nights
Acommodation: Hout Bay Airbnb

Day 1/ wednesday
Fly in from Berlin via Joburg, arrive in Cape town around noon
Grocery shopping
Hout bay beach & dinner
Relax in Airbnb Garden

Day 2/ thursday
Boulders beach
On to Cape of Good Hope
Lunch at Kalky’s in Kalk bay
Quick visit to the tidal pool/ family beach in Muizenberg
Cape Point Vineyards for thursday market at sundown (4:30 – 8:30)

Day 3/ friday

Table mountain
High tea at Belmont Mount Nelson Hotel

Day 4/ saturday
V/A Waterfront
Scratch Patch
Dinner at Gold restaurant

Day 5/ sunday
Bay harbour Market (9:30 – 16 Uhr)
Kirstenbosch Summer concert

Day 6-10 George/ Wilderness
5 nights
Acommodation: Isibindi Forest Retreat

Day 6/ monday
Driving day (Hout bay – George 4,5 hours)
Stop at Olde gaol farmstall

Day 7/ tuesday

Quiet day, visit the horses
Beach
Braai
Maybe George museum

Day 8/ wednesday

Redberry farm

Day 9/ thursday

Victoria Bay

Day 10/ friday

Wilderness
kayaking tour with Eden adventures to Kaimaans Waterfall

Day 11-15 Plettenberg Bay
5 nights
Acommodation: Airbnb

Day 11/ saturday

Outeniqua Farmers’ Market (starts at 8 am, ends at 2)
Drive to plett (1,5 hours)
Dinner in town at L&M

Day 12/ sunday
Robberg Nature Reserve

Day 13/ monday

Horse riding tour with Hog Hollow horse trails
Nature’s way farmstall for Lunch and tea

Day 14/ wednesday

Knysna Township Tour
Bloukraans Bridge, watching the Bungee jumpers

Day 15/ thursday

Monkey Island and Birds of eden
Keurbloomstrand and dinner at Enrico’s

Day 16: friday Albertinia

One night at Garden route Game lodge

Day 17 saturday Swellendam

one night at Kwetu guest farm

Day 18-21 Stellenbosch
3 nights
Acommodation: Airbnb

Spier winefarm

hike at Jonkershoek Nature reserve

Zum Thema Tiererlebnisse in Südafrika: Wildlife Encounters

Für Tag 16 und 17 hatten wir ursprünglich mal andere Pläne, wir wollten nämlich gerne Elefanten füttern. Als ich das aber auf TripAdvisor im Forum gepostet habe, kam es überhaupt nicht gut an und ich habe mich in den Tagen danach sehr ausführlich mit dem Thema “Wildlife Encounters” beschäftigt. Danach haben wir unsere zwei Nächte im Elefantenpark abgesagt und auch nichts mehr mit ins Programm genommen, wo man wilde Tiere streicheln oder reiten kann. Ich will da jetzt gar nicht groß predigen, habe mir nur immer vorher überlegt: Würde ich das gut finden, wenn ich das Tier wäre? Wenn die Antwort nein war, haben wir es gelassen. Hier ein sehr guter Artikel zu den gängigsten problematischen Tiererlebnissen in Südafrika (Elephant Riding, Walking with lions, touching cheetahs, shark cage diving, ostrich riding, etc.) und gute, ethische Alternativen.

Ethical Animal Encounters South Africa

Mein tierisches Highlight: Kwetu Guest Farm. Die Giraffen laufen da einfach frei rum und kamen zum Sonnenuntergang bei uns im Garten vorbei. Die steht vielleicht zehn Meter hinter mir!!

Kosten für 3 Wochen Südafrika mit Kleinkind:

Ich mach uns jetzt mal naggisch und lege unsere kompletten Kosten offen, weil ich WEISS, wie schwer sowas zu planen ist, wenn man noch voll am Anfang steht. Für eure Orientierung: Wir waren Mitte März bis Anfang April dort, also tendenziell eher in der Nebensaison. Der Preis ist immer für uns drei gerechnet, wobei der Puck mit drei Jahren meist rabattiert oder umsonst dabei war.
Die Flüge auf so einer weiten Strecke sind natürlich einer der Hauptkostentreiber und da zahlt das Kind auch schon voll.
Südafrika ist von den Lebenshaltungskosten ungefähr auf Berlin Niveau würde ich behaupten, wobei auch gerade der Rand (südafrikanische Währung) sehr gut für uns steht. Insgesamt ist es kein speziell günstiges Reiseland.
Wir haben hauptsächlich in Airbnbs geschlafen, die zwischen 50 und 90 Euro pro Nacht für die komplette Unterkunft gekostet haben. Das Budget ist aber durch die eine Nacht in der Garden Route Game Lodge (knapp 400 Euro) durchschnittlich in die Höhe gestiegen.
Gegessen haben wir ca. die Hälfte der Zeit auswärts, da allerdings eher Streetfood und selten im Restaurant. Zum Frühstück gab es jeden Tag günstiges Porridge mit frischen Früchten.
Der Rest sind hauptsächlich Ausgaben für Unternehmungen, bei denen wir nicht doll auf den Preis geachtet haben. Insgesamt würde ich uns beim Thema Urlaubskosten so auf der mittleren, vielleicht sogar eher niedrigen Ebene einstufen. Die Garden Route kann man bestimmt auch günstiger bereisen, man kann es aber auf jeden Fall auch extrem viel teurer tun.

Flüge inkl. Reiserücktrittsversicherung: 1900 Euro
Züge nach Frankfurt und zurück: 100 Euro
Unterkünfte: 1700 Euro
Mietwagen inkl. Kindersitz: 325 Euro
2 Vodacom Handykarten mit 1 gb pro Person und Adapter: 30 Euro
Tanken & Maut Gebühren: 100 Euro
Essen auswärts: 410 Euro
Einkaufen: 280 Euro
Unternehmungen: 300 Euro
Souvenirs: 100 Euro
Trinkgeld: ca. 65 Euro
Gesamtausgaben für 3 Wochen und drei Personen: ca. 5300 Euro

Under African skies - Ausblick von unserem Balkon in Hout Bay

Under African skies – Ausblick von unserem Balkon in Hout Bay

 

Ein Wort zum Trinkgeld:

Südafrika ist ein “Tip” Land, das bedeutet, dass es dort eine Menge Menschen gibt, die von Trinkgeldern LEBEN. Sie machen dafür Jobs, die es teilweise in Deutschland gar nicht gibt (und die es oft auch in Südafrika offiziell nicht gibt), zum Beispiel als Parkwächter auf Autos aufpassen. Da ich persönlich auf so einen Job wirklich keine Lust hätte, haben wir IMMER und gefühlt auch großzügig getippt und ich finde für einen Europäer gehört sich das auch so. Was machen uns, mit unser starken Währung, schon 50 Cent aus. Ich rate euch daher stark, diese ganzen 5 und 10 Rand Münzen zu behalten, denn tendenziell hat man immer dann keine, wenn man sie gerade braucht. Wir lassen auch IMMER großzügig Geld auf dem Kopfkissen liegen, denn ich finde das Reinigungspersonal wird viel zu oft übersehen. Deswegen lege ich gerne noch eine kleine Notiz dazu und vielleicht noch eine Süßigkeit (wir kaufen am Abflughafen immer noch ein paar Packungen Lübecker Marzipan, das schmilzt nicht so schnell und kostet seltsamerweise am Flughafen genausoviel wie im Laden. Ausserdem ist Chris in Lübeck geboren).

Der einzige Fall, wo mich diese Trinkgeld Mentalität gestört hat, war in der Lodge. Es ist wohl normal, dass der Preis für die Safari Guides in den sauteuren Gebühren der Privat Lodges noch nicht mit eingerechnet wird. Und das Trinkgeld, das von den Lodges vorgeschlagen wird, ist teilweise derart happig, dass es zu einer ernsthaften Belastung des Reisebudgets werden kann. Bei uns wurden in der Garden Route Game Lodge pro Safarifahrt und pro Person 100-150 Rand Trinkgeld für den Guide empfohlen. Das waren bei drei Personen und zwei Fahrten schonmal 40-60 Euro. Ich habe von anderen Lodges gelesen (die dann allerdings auch pro Nacht wesentlich teurer sind), wo ein Trinkgeld von 20 Euro p.P. und pro Fahrt empfohlen wird. Wenn dann noch ein Tracker dabei sitzt, der auch noch einmal von jedem 10 Euro empfohlenes Trinkgeld bekommt, ist man plötzlich pro Tag mit über 100 Euro dabei. Wer sich eine mehrtägige Safari in einer Lodge leisten kann, der kann vermutlich auch solche Trinkgelder finanzieren, aber es kann trotzdem nicht schaden, dass schon vorher mit einzuplanen.

Der Flug und die Snacks

Unsere Rouseroute ist Berlin – Frankfurt – Johannesburg – Cape Town. Schlappe 28 Stunden Reisezeit . Bei so nem Trip ist ja das Wichtigste wohl eindeutig das Essen. Ist ja nicht so als würden wir so eine lange Reise zum ersten Mal machen, aber trotzdem sitzen wir jedes Mal da und fragen uns, was wir eigentlich beim letzten Mal an Snacks dabei hatten. Deshalb dokumentier ich das jetzt hier fürs nächste mal:
Eine Schale Nudelsalat
2 gekochte Eier
10 frisch gebackene Waffeln
2 muffins
1 Riesen Schale Gemüse (Ps: Ich nehm immer die Schalen, die man beim Almundo kriegt, wenn man zum Mitnehmen bestellt. Die sind perfekt und kann man auch einfach mal am Reiseort lassen, wenn man auf dem Rückflug keinen Platz mehr im Gepäck hat)
2 Gurken + Kräutersalz
Bananen, Äpfel, Birnen und eine Orange
Gummibärchen, Schokomaiswaffeln, tuk cracker, knabbertiere und cashew Kerne.
Ich weeeeiss, ihr macht euch jetzt alle Sorgen. „Wie soll das bloß bis Abends reichen?“ Werdet ihr euch fragen! „Sie kriegen doch erst im Flugzeug wieder was zu essen!“ Jaaaa aber ich bin euch voraus. In absolut weiser Voraussicht habe ich am Bahnhof bei Dunkin Doughnuts noch zwei Double Choc Doughnuts gekauft.

Der Flug? Wie am Schnürchen, Baby. Der Puck ist eh ein guter Flieger und hat ihren Reiserucksack mit iPad dabei, das sie nur auf langen Reisen benutzen darf. Darauf: Pippi Langstrumpf, Calliou, Sandmännchen und verschiedene Musikclips von Youtube (sie steht auf die “Kinderlieder zum Mitsingen”-Videos auf Youtube, wo eine Frau mit einem seehr breiten Grinsen mit unterschiedlichen Kindergruppenkindern süße Stücke aufführt). Da sie sich im Zug schon ein paar Stunden lang satt geguckt hat, pennt sie im Flieger direkt nach dem Abendessen ein. Wir haben tierisch Glück, der Flieger ist nicht voll und wir haben jeweils zwei Plätze pro Nase. In Johannesburg hat South African Airlines eine ganz schön knappe Umstiegszeit von 90 Minuten für ausreichend befunden. Inkl. aus- und wieder einchecken des kompletten Gepäcks. Wir haben echt nicht getrödelt und sind zackig durch die Schlangen gekommen, aber plötzlich müssen wir trotzdem rennen. Am Ende geht aber alles gut und wir landen halbwegs entspannt gegen Mittag in Cape Town.

Suedafrika mit Kleinkind Garden Route_2996.HEIC

Geschafft!

Das perfekte Reisespielzeug für Südafrika

Mit Kind schleppt man ja eh den halben Haushalt mit, deswegen “passen die drei Puppenwagen wirklich nicht mehr in den Koffer, ich weiss dass du das traurig findest.” Unser Kompromiss: EINE Puppe und KEIN Puppenwagen, vier Kinderbücher, (davon zwei TipToi, den wir uns für die Reise aus der Bibliothek ausgeliehen hatten) und eine Tüte afrikanischer Schleichtiere, die ich vorher bei Ebay günstig zusammengekauft habe. Die Tiere waren gold wert – in Kombination mit ein bisschen Gras und allem was im Airbnb so an Plastikgeschirr vorhanden ist, entsteht auf dem Balkon eine Steppenlandschaft mit Wasserlöchern für Giraffen, Nilpferde und Zebras gleichermaßen. “Nur die Löwen müssen woanders baden, sonst fressen die die Zebras, Mama!”

Ich fand auch den TipToi Stift cool und hatte extra das Buch über afrikanische Tiere dazu gekauft, aber dafür war der Puck dann doch noch zu klein. Viel besser angekommen ist das TipToi Liederbuch, das wir ca. Mitte der Reise “tadaaa” herausgezaubert haben und mit dem sie sich dann auch wirklich stundenlang selbst beschäftigt hat. Für zuhause würde ich den Stift nicht unbedingt kaufen, weil ich lieber selber mit ihr lese, aber auf Reisen fand ich ihn super (vor allem mit Kopfhörern.)

Definitiv das beste Reisespielzeug - und die beste Aussicht. Das sieht da ÜBERALL so aus!

Definitiv das beste Reisespielzeug – und die beste Aussicht. Das sieht da ÜBERALL so aus!

 

Detaillierte Eindrücke zu allem was wir gemacht haben, werde ich in den nächsten Posts veröffentlichen, bis dahin sind hier

ein paar andere coole Blogs zum Stöbern über Südafrika: