Jeden Morgen ein bisschen Schottland (Reiseplanung einer Dreijährigen)

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Jeden Morgen ein bisschen Schottland (Reiseplanung einer Dreijährigen)

Bis zu den Sommerferien ist es nicht mehr weit und das Kind fragt sowieso jeden Morgen “Ist heute Kita?”. Wenn wir nein sagen, freut sie sich. Wenn wir ja sagen, auch. (Der Puck ist ein glückliches Kind in einer verdammt guten Kita.)

Vor einiger Zeit haben wir angefangen, die Tage in “noch Kita” und “nicht mehr Kita” und “Urlaub” einzuteilen. Seitdem fangen die Gespräche so an:
“Ist heute Kita? Wann ist nicht Kita? Wohnen wir dann bei den Tieren?” Und dann gucken wir uns zur allgemeinen Glückshormonsteigerung der ganzen Familie Bilder von Babylämmchen an, die mit einer Flasche gefüttert werden. Ich bin ziemlich sicher, dass es wissenschaftliche Studien darüber gibt, dass Babylämmchen die beste Art sind, in den Tag zu starten.

Der Puck ist jetzt fast drei und damit in einem Alter, in dem sie Reisen schon wirklich gut verstehen und auch richtig vorbereiten kann. Schon bei den letzten Reisen habe ich ihr kurz vorher immer Bilder gemalt, damit sie sich darauf einstellen konnte, wo wir wann mit dem Zug hinfahren und wen wir treffen.

Das sieht dann zum Beispiel so aus.

Das sieht dann zum Beispiel so aus.

Aber mittlerweile ist sie konversationstechnisch schon so ein guter Gesprächspartner, dass wir richtig detailliert unseren Schottland-Urlaub zusammen planen können.

Und zwar wird der in Pucksprache folgendermaßen aussehen:

1. Ankunft in Glasgow

“Wir fliegen mit dem Flugzeug nach Schottland, in eine Stadt die heisst Glasgow. Da holen wir am Flughafen unser Auto ab.”
“Habe ich da einen Kindersitz?”
“Ja, da hast du einen Kindersitz. Wir müssen noch gucken ob wir einen mitnehmen oder da mieten, aber du hast auf jeden Fall einen Kindersitz.”
“Ist das dann unser Auto?” (Das findet sie immer super spannend, weil wir in Berlin ja keins haben.)
“Ja, das ist dann für den ganzen Urlaub unser Auto.”

2. Wir wohnen in Edinburgh

“Dann fahren wir mit dem Auto ziemlich lange in eine andere Stadt. Die heißt Edinburgh.”
“Und wo wohnen wir da?”
“Da wohnen wir bei einer Oma. Nicht bei deiner Oma aber bei einer Oma, die heißt Ann. Und die hat ein großes Haus und oben in dem Haus gibt es ein großes Zimmer, für Papa und mich und ein kleines Zimmer für dich.”
“Da hab ich ein Gitterbett!” (Der Puck hat nicht ganz verstanden, was “Gitter” bedeutet, jedes Kinderbett ist deshalb ein Gitterbett.)
“Genau, du hast da ein Kinderbett. Und da gibt es sogar Spielsachen.”
“Aber ich nehme auch meinen Teddy mit. Und meine Puppe. Und meinen Buggy.”
“Du darfst dir ein Spielzeug aussuchen, was du mitnimmst, sonst wird der Koffer zu voll.”
“Meinen Teddy!”
“Okay, dann nimmst du deinen Teddy mit und der kann dann da die anderen Kuscheltiere kennenlernen und dann können die spielen.”
“Jaaaaa!”
“Und Morgens gehen wir immer runter zu der Oma Ann in die Küche. Und dann frühstücken wir zusammen. Die spricht Englisch.”
“Das heisst Hola. Und das ist spanisch!”
“Ja genau, Hola ist spanisch. Aber in Schottland sprechen die Leute kein Spanisch, da sprechen die Englisch. Ein ganz lustiges Englisch…”

3. Mamas Lieblingsstadt

“In Edinburgh gehen wir dann Museen angucken und es gibt sogar ein Spielzeug Museum. Das ist meine Lieblingsstadt, die ist sooo schön!”
“Und DANN wohnen wir bei den Schafen!”
Äh ja. Prioritäten, Mama!

4. Bauernhofurlaub in den Highlands

Puck: “Kannst du mir nochmal die Bilder zeigen?”
“Welche Bilder denn?”
“Die von den Tieren?”
“Na klar!”

Stefanie, unsere zukünftige Airbnb Hostess, hat einen Instagram Account bei dem man sich die schottische (High)Landluft quasi durchs Smartphone direkt nach Berlin transferieren kann. Mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter hat sie sich in den Highlands ein Paradies erschaffen. Wie sehr sie ihre Farm liebt, könnte auf den Instagram Bildern nicht klarer werden. Da gibt es Pony-Stampeden und Schafschurnachmittage, faule Möpse auf dem Traktor und eine schwarze Katze, die die Schafe nicht vorbeilassen will. Immer gewürzt mit Steffis liebevoll-ironischen Untertiteln.

Außerdem, was ja am Fantastischsten ist:

„Da wohnt auch ein Mädchen. Die ist auch so alt wie ich. Die hat auch ein Gitterbett.“

 

Ein Mops, ein Lamm, ein Kind.

Ein Mops, ein Lamm, ein Kind.

Wir wollten genau diesen Urlaub übrigens schon letzten Sommer machen, mussten ihn dann aber wegen der Chemo absagen. Deshalb hatte ich mittlerweile schon ein Jahr Zeit, Steffis Instagram Account zu folgen und in Tagträumen von kleinen Lämmern zu schwelgen und habe auch schon vor ein paar Wochen angefangen, die Bilder mit dem Puck anzuschauen. Die weiß deswegen ganz genau, was Sache ist.
“Wo sind die die Hühner?”
“Hier, da suchen die gerade die Eier.”
“Ja und es gibt auch einen Hund und kleine Pferde!”
“Genau. Und weisst du noch, wo wir schlafen?”
Das technikgewandte Kind scrollt daraufhin gekonnt in den Instabildern herum, bis sie zu dem kleinen Wohnwagen kommt. Der kleine Wohnwagen, der vermutlich an einem der schönsten Orte der Welt steht.
“Ja”, sage ich und kann mich kaum von dem Foto losreissen. “Da wachen wir dann jeden Morgen auf und DAS ist unsere Aussicht!”
“Ja” sagt das Kind “und da drin ist mein Gitterbett.”

Daaa wohnen wir drin <3

Daaa wohnen wir drin <3

By | 2018-07-02T10:50:24+00:00 Juli 2nd, 2018|Familie, Reise|0 Comments

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